Die Hölle beginnt selten mit Schwefelgeruch. Meist beginnt sie mit Gewöhnung. Mit einem Nachrichtenstrom, in dem der Krieg nur noch eine Meldung unter vielen ist. Mit Politikern, die von »Kriegstüchtigkeit« sprechen, als handele es sich um eine neue Fitnesskampagne der Bundeswehr. Mit Talkshows, in denen Moral die Analyse ersetzt. Mit einer Öffentlichkeit, die noch alles sieht, aber immer weniger...
Die Banalisierung des Gehorsams (+cast)
In der siebten Folge des gesellschaftskritischen Podcasts „Störfrequenz“ begebe ich mich auf eine eindringliche Erkundung eines Phänomens, das im Schatten unserer Selbstbilder gedeiht – dem modernen Gehorsam. Nicht jener, der in martialischen Befehlen oder dröhnenden Parolen daherkommt, sondern dem leisen, organisierten, funktionalen Gehorsam. Der Gehorsam, der nicht als Befehl erkannt wird – und...
Die Banalisierung des Gehorsams
„Ein Mensch, der sich beugt, richtet selten etwas auf.“– Kurt Tucholsky Ein Mann mit Brille, grauem Anzug und einem Hang zur Pünktlichkeit sitzt in einem Glaskasten. Die Weltöffentlichkeit nennt ihn einen Massenmörder. Er selbst nennt sich: pflichtbewusst. Was Hannah Arendt 1961 im Prozess gegen Adolf Eichmann beobachtete, war keine Bestie. Es war ein Beamter. Er sprach wie ein Formular, handelte...
