AuthorHolger Elias

Studien der Journalistik und Kommunikations-Psychologie. War beruflich als Korrespondent und Redakteur bei Nachrichtenagenturen (reuters, cna usw.), für überregionale Tageszeitungen sowie für Rundfunk und Fernsehen tätig. Lebte und arbeitete knapp acht Jahre als EU-Korrespondent in Brüssel. Als Verleger und Publizist gab er knapp 140 Buchtitel heraus.

New Gaza, alte Reflexe

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Warum Trumps Gaza-Plan mehr nach Treuhandverwaltung als nach politischer Lösung aussieht: Er verspricht Abrüstung, Aufbau und »Frieden durch Management«. Doch sein institutionelles Design – ein von Donald Trump geleitetes Aufsichtsgremium, flankiert von Tony Blair – schafft Legitimations-, Rechts- und Umsetzungsrisiken, die größer sind als die Schlagzeilen. Was steht wirklich drin...

Strafantrag: Beihilfe im Namen der Staatsräson?

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Ein 110-seitiger Strafantrag gegen Spitzenpolitiker und Rüstungsmanager zwingt Deutschland zu einer unbequemen Frage: Wenn der Staat Waffen liefert, während internationale Gerichte massive Völkerrechtsverletzungen attestieren – wird Außenpolitik zur strafbaren Beihilfe? Die Rechtsanwält:innen Nadija Samour, Yolanda Scheytt, Robert Brockhaus und Benjamin Düsberg haben beim Generalbundesanwalt...

Fußball: Wenn die Kurve regiert

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Das neue Ernst-Abbe-Sportfeld sollte ein Symbol für Aufbruch sein: 60 Millionen Euro, eines der modernsten Stadien in den Regionalligen, ein sichtbares Versprechen für sportliche Ambitionen. Stattdessen ist es zum Schauplatz eines internen Machtkampfs geworden, der exemplarisch zeigt, wie sich lokale Fußballvereine in der Regionalliga Nordost von jenen Gruppen instrumentalisieren lassen können...

Nahost: Schweigen auf dem Campus

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Es gibt Zahlen, die wie ein Schlag ins Gesicht wirken: Fast 85 Prozent der befragten Wissenschaftlerinnen mit Bezug zum Nahen Osten sehen ihre akademische Freiheit seit dem 7. Oktober 2023 gefährdet. Noch drastischer fällt das Bild unter Postdocs aus: 90,5 Prozent spüren Druck, ihre Arbeit nicht mehr frei ausüben zu können. Es sind Ergebnisse, die nicht aus irgendeiner agitatorischen Broschüre...

Doha, Drohnen, Doppelbödigkeit

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Wer heute noch an die beruhigende Idee kohärenter »Westpolitik« glaubt, bekommt in diesem Gespräch zwischen Zain Raza (acTVism Munich, 14.09.25) und dem Historiker Peter Kuznick eine kalte Dusche. Der Professor der American University argumentiert – kantig, überspitzt, aber mit klarem rotem Faden – dass Washington und seine engsten Verbündeten zwischen Diplomatie-Rhetorik und Kriegsrealität...

“Ossietzky”: Brorhilker, der Rechtsstaat und wir

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Es ist ein Bild von bizarrer Eleganz und leiser Verzweiflung zugleich: Eine Frau mittleren Alters, einst die mächtigste Ermittlerin gegen Finanzkriminalität in Deutschland, streicht dem Staat den Gehorsam – nicht mit einer Protestnote, sondern mit der Kündigung. Anne Brorhilker, die Chefermittlerin im Kölner Cum-Ex-Komplex, quittiert 2024 ihren Dienst, verzichtet auf Pensionsansprüche, Rang und...

Ukraine: Die Geschichte, die Sie nicht hören sollen

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Es ist ein klassisches Streitgespräch im Schatten eines Krieges: Liegt der Ursprung der russischen Invasion in Putins Sehnsucht nach einem neuen Imperium – oder in westlichen Fehlentscheidungen, die Moskau in die Ecke drängten? Der US-Publizist Scott Horton – Libertärer, Direktor des Libertarian Institute und Autor des Buches »Provoked« – legt im Interview mit Zain Raza von acTVism Munich (28.08...

jungeWelt: Trumps Brandbeschleuniger

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Klein an Zahl, groß an Wirkung: Das »Aryan Freedom Network« nutzt das gegenwärtige politische Klima in den USA zur Normalisierung von Neonazismus. (Der Beitrag erschien auf der Schwerpunkt-Seite der Tageszeitung »junge Welt« am Mittwoch, 28.August 2025.) Texas, Spätsommer, 35 Grad Celsius im Schatten. Der Staub klebt wie Mehlteig an der Haut, aus der Ferne hämmert es aus einem Schießstand dumpf...

Wenn Drohnenboote Schiffbruch erleiden

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Die Bilder, die Reuters zugespielt wurden, wirken wie eine Parodie auf das Hightech-Gerede des Pentagon: Vor der Küste Kaliforniens rammt ein unbemanntes US-Drohnenboot ein anderes, hebt kurz über dessen Deck ab – und platscht dann kläglich zurück ins Meer. Autonome Kriegsführung in Reinform: selbstverschuldetes Chaos, gefilmt aus nächster Nähe. Der Vorfall, bislang nicht öffentlich, ereignete...

jungeWelt: Saubere Produkte, schmutzige Ränder

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San Pedro de Atacama, im Norden Chiles, nahe der Grenze zu Bolivien, 14 Uhr. Die Sonne steht so senkrecht, dass selbst die Kakteen keine Schatten mehr werfen. Staub steht in der Luft wie ein zweiter Himmel. Hinter dem Dorf beginnen Rechtecke in unnatürlichen Farben: türkis, smaragdgrün, milchig-weiß. Lithiumbecken. Eine industrielle Geometrie, die aussieht wie Ordnung – und sich anfühlt wie Durst...

Pretoria zwischen Prinzip und Pragmatismus

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Der Eklat kam mit Ansage: Südafrikas oberster Soldat, General Rudzani Maphwanya, reiste nach Teheran, sprach von »gemeinsamen Zielen« und lobte die Vertiefung militärischer Zusammenarbeit – und löste daheim einen Sturm aus. Die Präsidentschaft nannte den Trip »unglücklich«, die liberalkonservative DA verlangte ein sofortiges Kriegsgericht, zivilgesellschaftliche Gruppen die Absetzung, während die...

Alaska, die Groteske im Eisbärendschungel

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Alaska, August 2025 – ein Gipfeltreffen, inszeniert wie ein Hollywood-Western: Trump auf dem roten Teppich, Putin im Blitzlichtgewitter, während eine Armada von Flugzeugen über ihnen kreist. Die Welt schaut zu – und bleibt ratlos zurück. Wir fassen einige mediale Wortmeldungen im satirischen Unterton zusammen: DER SPIEGEL versucht, optimistisch zu stimmen: »Die Weltordnung hat der Gipfel nicht...

Poker in Alaska – und Europa schaut zu

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Es war der Gipfel, den alle erwarteten und keiner wirklich verstand: Donald Trump und Wladimir Putin trafen sich in Alaska – eine Bühne, groß inszeniert, aber offiziell ohne greifbare Ergebnisse. Doch gerade die Leerstelle sorgt für Unruhe. In der aktuellen Folge seines Podcasts »Störfrequenz« sprach Holger Elias mit Miles Rowan vom internationalen Journalistenkollektiv Unfold News Research (UNR)...

Alaska‑Show ohne Waffenruhe

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Der Rote Teppich war in Anchorage ausgerollt, der Handschlag überdeutlich inszeniert, die Kameras suchten verzweifelt nach einem Stichwort, mit dem dieser Abend als diplomatischer Triumph für den Frieden verkauft werden könnte. Und doch: Das Treffen zwischen Donald Trump und Wladimir Putin endete ohne jede greifbare Vereinbarung zum Ukrainekrieg. Trump selbst setzt heute zur Volte an: Weg mit...

Abgeschmiert: Grüner Treibstoff, leere Tanks

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Es klang nach der Lösung für ein Dilemma, das die Luftfahrt seit Jahrzehnten verfolgt: fliegen, ohne das Klima zu ruinieren. Vor einigen Jahren setzten große Airlines auf einen Hoffnungsträger mit sperrigem Namen – Sustainable Aviation Fuel, kurz SAF, ein Flugkraftstoff, der aus Pflanzenölen, Abfallfetten oder sogar aus Hausmüll hergestellt werden kann. Versprochen wurde: Bis zu 80 Prozent...

Chile: Der neue Rohstoffkrieg

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Man könnte meinen, das Meer sei hier vertrocknet. Unter einer Sonne, die ohne Gnade brennt, breiten sich in der Atacama-Wüste geometrische Flächen aus, türkisblau, smaragdgrün, milchig-weiß. Es sind keine Oasen, sondern die Becken der Lithiumförderung – und der Grund, warum der Fluss, der einst das Dorf San Pedro speiste, nur noch ein kümmerlicher Rinnsal ist. María Jesús, Gemeinderätin, füllt...

»Ossietzky«: Die Rhetorik der Vertreibung

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Es war nicht das Bild eines sinkenden Boots im Mittelmeer, das den deutschen Diskurs über Migration 2024/25 prägte. Es war das Echo eines einzelnen Satzes, gesprochen in der kühlen Klarheit einer Talkshow-Kulisse, sachlich vorgetragen, präzise gesetzte Silben: »Wir werden konsequent abschieben.« Friedrich Merz sagte das nicht zum ersten Mal, aber diesmal klang es wie eine Vollmacht. Für eine...

Vasallendiplomatie: Nasentanz mit Trump

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Es gibt diese peinlichen Momente auf dem internationalen Parkett, in denen man das Gefühl nicht loswird, einer schlechten Opernparodie beizuwohnen. Donald Trump, der Bühnentyrann mit Dauergrimasse, gab in Schottland die Zugabe, die er sich selbst geschrieben hatte: »The biggest deal ever made«, tönte es von den Golfhügeln, als wäre die Weltbühne ein Boardroom und internationale Diplomatie eine...

Diese Bosbachs: Bitte bar auf die Kralle

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Manche Dinge, die geschehen, kann man sich nicht ausdenken. Diese Bosbachs liefern derzeit ein klassisches Lehrstück, wie es ein kommerziell durchtriebener, karrieregeiler Regisseur eines privaten Senders nicht besser hätte inszenieren können. Nun ein satirisches Loblieb auf die Politik-Eliten, die seinerzeit den Anschluss verpassten, als es mit Corona-Masken noch saftige Nebeneinkünfte zu...

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