Der 9. Spieltag der Fußball-Regionalliga Nordost hat die Kräfteverhältnisse an der Spitze geschärft und den Abstiegskampf neu sortiert. Rot-Weiß Erfurt bleibt nach neun Partien ungeschlagen und führt mit 23 Punkten. Erzgebirge Aue und der Chemnitzer FC folgen mit jeweils 20 Zählern. Während Aue seine Serie fortsetzte, kassierte Chemnitz die erste Saisonniederlage. Dahinter reicht das Feld von Greifswald auf Rang vier bis Zwickau auf Platz neun nur über zwei Punkte.
Erfurt behauptete die Tabellenführung mit einem 2:1 bei Hertha BSC II – allerdings erst in letzter Sekunde. Die Thüringer gingen früh in Führung, ließen die Berliner aber zurückkommen und mussten bis in die Nachspielzeit kämpfen. Dustin Forkel entschied die Partie in der 90.+4 Minute. Damit steht Erfurt bei sieben Siegen und zwei Unentschieden sowie 30:6 Toren. Hertha II verlor dagegen zum dritten Mal nacheinander und bleibt mit fünf Punkten in der Abstiegszone.
Zum Gewinner des Spieltags wurde auch Erzgebirge Aue. Der Drittliga-Absteiger setzte sich bei der zweiten Mannschaft des 1. FC Magdeburg mit 2:1 durch. Nach torloser erster Halbzeit brachte Christoph Pauling die Gäste in Führung, Nils Lihsek erhöhte mit einem Freistoß in den Winkel. Luis Trus machte die Schlussphase mit seinem Anschlusstreffer noch einmal offen. Aue brachte den Vorsprung über die Zeit und reist nun mit drei Siegen nacheinander zum Spitzenspiel nach Erfurt.
Chemnitz verpasste dagegen den Sprung an die Spitze. Der bis dahin ungeschlagene CFC verlor gegen den SV Babelsberg 03 mit 0:1. Chemnitz besaß die besseren Möglichkeiten, scheiterte aber an Torhüter Niclas Müller oder der eigenen Chancenverwertung. In der 86. Minute nutzte Joker Joshua Okpalaike einen der wenigen Babelsberger Durchbrüche zum Siegtreffer. Die Potsdamer verschafften sich Luft nach unten, während der CFC vor dem Spiel bei Chemie Leipzig erstmals auf eine Niederlage reagieren muss.
Hinter dem Spitzentrio hat sich ein dichtes Verfolgerfeld gebildet. Der Greifswalder FC gewann beim RSV Eintracht 1949 mit 2:1. Auf die frühe Führung durch Luis Pohlenz antwortete Janis Juckel fast im Gegenzug, Felix Heim entschied die Partie in der 74. Minute. Greifswald ist mit 16 Punkten Vierter. Ebenfalls 16 Zähler haben der Hallesche FC und Carl Zeiss Jena. Im direkten Duell setzte sich Halle mit 2:0 durch. Stanley Ratifo erzielte nach der Pause beide Treffer.
Die VSG Altglienicke gewann beim FSV Zwickau mit 2:1. Mohamed Sylla traf bereits in der 6. Minute, Fynn Seidel glich spät aus. Doch Biyan Kizildemir bescherte der VSG in der 89. Minute den ersten Sieg nach drei Partien ohne Dreier. Altglienicke steht nun ebenso bei 15 Punkten wie der BFC Dynamo.
Die Dynamos verspielten beim 1. FC Lok Leipzig allerdings eine 2:0-Führung. Valdemar Sadrifar und Levin Mattmüller hatten den BFC zur Pause auf Siegkurs gebracht. Nach dem Wechsel traf Djamal Ziane doppelt, den Ausgleich erzielte er in der 90.+2 Minute. Für den Vorjahresmeister blieb es beim fünften Heimspiel ohne Sieg. Mit zwölf Punkten liegt Lok bereits elf Zähler hinter Erfurt.
Am Tabellenende gelang Chemie Leipzig der Befreiungsschlag. Die Leutzscher gewannen das Kellerduell bei Tasmania Berlin mit 5:2 und feierten ihren ersten Saisonsieg. Darijan Silić und Malick Sanogo sorgten für einen frühen Zwei-Tore-Vorsprung. Tasmania kam zweimal heran, ehe Philipp Kühn die Partie mit einem Fallrückzieher und einem zweiten Treffer in der Nachspielzeit entschied. Chemie rückte mit sechs Punkten auf Rang 14 vor. Tasmania bleibt mit vier Zählern Vorletzter.
Auch der BFC Preussen setzte seinen Aufwärtstrend beim FSV 63 Luckenwalde fort und holte den zweiten Sieg nacheinander sowie sieben Punkte aus den vergangenen drei Begegnungen. Luckenwalde kassierte die sechste Niederlage in Folge und bleibt mit drei Punkten Tabellenletzter. Damit wächst der Druck auf den FSV, während sich Preussen vor dem Berliner Duell mit Tasmania stabilisiert hat.
Der 10. Spieltag setzt an beiden Tabellenenden deutliche Akzente. Im Mittelpunkt steht am Samstag das Spitzenspiel zwischen Erfurt und Aue: Der Tabellenführer trifft auf die Mannschaft der Stunde und könnte sich mit einem Heimsieg erstmals deutlicher absetzen. Bereits am Freitag empfängt Zwickau den Halleschen FC. Altglienicke bekommt es mit dem RSV Eintracht zu tun, Babelsberg will gegen die kriselnde Hertha-Reserve nachlegen. Im Berliner Kellerduell stehen sich BFC Preussen und Tasmania gegenüber.
Am Sonntag versucht Jena gegen Lok Leipzig, die Niederlage von Halle zu korrigieren. Greifswald ist gegen Schlusslicht Luckenwalde klar favorisiert, der BFC Dynamo erwartet Magdeburg II. Zum Abschluss empfängt Chemie Leipzig den Chemnitzer FC. Für die Leutzscher wird sich zeigen, ob der erste Sieg eine Wende eingeleitet hat. Chemnitz muss beweisen, dass das 0:1 gegen Babelsberg nur ein Ausrutscher war. Der 9. Spieltag hat die Liga nicht auseinandergezogen – er hat die Konfliktlinien für das kommende Wochenende verschärft.