ArchiveFebruar 2026

Bomben, Börsen und Befreiungsrhetorik

B

Es gibt Tage, an denen die Geschichte nicht anklopft, sondern eintritt wie ein Feldwebel, der die Tür eintritt und sich über das Parkett der Diplomatie hinwegsetzt. Der 28. Februar 2026 ist ein solcher Tag. Während die Nachrichtenkanäle mit Live-Tickern flackern und die Agenturen von »major combat operations« berichten [1][2], sprechen die Vereinigten Staaten und Israel mit der gewohnten...

Merz und die Disziplinierung der Gesellschaft

M

Es gibt Regierungen, die treten an mit dem Versprechen des Neuanfangs. Und es gibt solche, die sich als Rückkehr ins Vertraute inszenieren. Der Wahlsieg von Friedrich Merz im Frühjahr 2025 wurde als Letzteres verkauft: als Ende der »Experimentierphase«, als Heimkehr zur wirtschaftlichen Vernunft, als Renaissance der Leistungsbereitschaft. Ein Jahr später lässt sich nüchtern feststellen: Was als...

Freiheit als Ware

F

Gedanken zur ideologischen Funktion eines entleerten Begriffs und zur Möglichkeit seiner radikalen Rückgewinnung Die Audio-Zusammenfassung Summary: Der Essay analysiert die ideologische Entleerung des Freiheitsbegriffs in der modernen Gesellschaft und kritisiert dessen Reduzierung auf eine bloße Warenform. Während westliche Demokratien Freiheit als obersten Wert beschwören, dient diese Rhetorik...

Das Schweigen der Gräber und der Lärm des Profits

D

Während am Persischen Golf die Trümmer rauchen und in den Gassen Teherans das Blut derer vergossen wird, die es wagten, gegen die ökonomische Strangulation ihres Lebens zu protestieren, vollzieht sich in den Studios von Berlin und Washington eine andere, subtilere Form der Gewalt: die totale sprachliche Entfremdung. Es ist ein besonderes Talent der herrschenden Klasse, das Unaussprechliche in die...

Thüringen zwischen Misstrauensvotum und Industriekrise

T

Anfang Februar 2026 scheiterte im Thüringer Landtag ein konstruktives Misstrauensvotum der AfD gegen Ministerpräsident Mario Voigt. Der AfD-Fraktionsvorsitzende Björn Höcke trat an, wohl wissend, dass die erforderliche Mehrheit außer Reichweite lag. Das Ergebnis bestätigte diese Erwartung: Die notwendige Stimmenzahl wurde nicht erreicht, Voigt blieb im Amt. Die Berichterstattung – unter anderem...

Fratzscher und das Elend des ökonomischen Reformismus

F

Es ist ein grauer Morgen im spätkapitalistischen Berlin, die S-Bahn ist wieder einmal Zeuge der täglichen Entfremdung, in der sich die Massen zwischen Smartphone-Bildschirm und der Hoffnung auf pünktliche Lohnarbeit verlieren, während wir uns einem Dokument widmen, das wie kaum ein zweites die Verwirrung der bürgerlichen Intelligenz illustriert. Ich spreche vom jüngsten Interview des DIW...

Drewermann: Gegen die Logik der Angst

D

Anlässlich der Friedensdemonstration des Bündnisses »Macht Frieden!« am 14. Februar 2026 in München hat der Theologe Eugen Drewermann eine Rede gehalten, die in der aktuellen politischen Konjunktur als ein radikales Plädoyer gegen Aufrüstung und Gewalt gilt. Zugleich offenbart sie – über ihre unmittelbare Kritik hinaus – strukturelle Spannungen unserer politischen Friedensdiskurse: die Spannung...

Die Anatomie der globalen Erstarrung

D

Man sagt, die Geschichte wiederhole sich nicht, sie reime sich lediglich – doch im Februar des Jahres 2026 klingt dieser Reim eher wie das metallische Echo einer zufallenden Gefängnistür. Während die glitzernden Fassaden der Tech-Metropolen uns mit dem Versprechen einer „Intelligence Revolution“ blenden, offenbart ein Blick in die Maschinenräume der Macht eine weitaus prosaischere und zugleich...

Kapitalströme, Leichenberge

K

Während die Finanzmärkte die Annäherung des DAX an die Marke von 25.000 Punkten feiern und Zukunftsstrategen eine »Hyper-Automatisierung« beschwören, die Produktivität und Wohlstand exponentiell steigern soll, lohnt ein nüchterner Blick auf jene Regionen, in denen ökonomische Logik nicht Wachstum, sondern Vernachlässigung produziert. Der 17. Februar 2026 zeigt kein zufälliges Nebeneinander...

Widerstand bleibt einzige Dividende

W

Während der morgendliche Nebel über den Metropolen des Westens hängt, strömt kein Duft von Freiheit durch die Straßen, sondern der beißende Geruch militarisierter Machtpolitik. Unser Blick auf die Welt lässt sich nicht mehr durch das liberale, multilaterale Vokabular westlicher Leitmedien beruhigen: Hinter diesem rhetorischen Vorhang offenbart sich ein strategischer Wettlauf um Souveränität...

Das Ende der Weltordnung?

D

In einem Interview mit acTVism Munich (15.02.2026) analysiert der Historiker Peter Kuznick die aktuelle geopolitische Lage unter dem Einfluss der Trump-Administration. Er thematisiert die weitreichenden Verstrickungen der Epstein-Akten in die US-Politik sowie die wachsenden Spannungen mit dem Iran und die Gefahr eines neuen atomaren Wettrüstens. Kuznick kritisiert zudem die Militarisierung...

Neueste Beiträge

Archiv

Get in touch